Mit Viehglocken und Peitschen von Haus zu Haus
Viele Sitten und Bräuche, wie sie das Gemeinde- und Familienleben im Jahreslauf begleiten, erhalten sich schon seit Jahrhunderten. Zu den noch lebendigsten Bräuchen gehört das Wolfauslassen, auch Wolfaustreiben genannt.
Das Wolfauslassen im Bayerischen Wald wurde 2026 in das „Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Bayerns“ aufgenommen.
„…26 bis 27 Wochan, sand gwiss a lange Zeit. Hod se da Hirta scho lang auf Martini g´freid!“
Entstanden ist der Brauch aus einem historischen Hirtenbrauch zum Ende der Weidesaison, der seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert belegt ist. Das Vieh war zu dieser Zeit noch mit den Hirten während des Sommers im Wald und auf den Schachten. Das Wolfauslassen oder Wolfausläuten ist ein Heischebrauch um den Martinstag am 11. November. Mit lautem Glockenläuten ziehen die als „Wölfe“ bezeichneten Gruppen durch den Ort, angeführt vom sogenannten „Hirten“. Dieser choreographiert das Läuten und organisiert die Route sowie das Aufsagen des „Hirtenspruches“.
Am Vorabend des Martinitages, dem 10. November, wenn das Weidevieh heimgetrieben worden war, forderten die Hirten auf den Höfen ihre Entlohnung. Heute gehen Kinder und Jugendliche mit Viehglocken und Peitschen von Haus zu Haus, sagen den alten Hirtenspruch und erhalten dafür einen kleinen Obulus.
Mancherorts finden auch große Treffen der „Wölfe“ , so nennt man die einzelnen Gruppen. Das wohl Bekannteste findet in Rinchnach in der Hofmark statt. Hier treffen ca. 600 Glocken aufeinander.
Hier erhalten Sie die genauen Termine der großen Treffen im ARBERLAND BAYERISCHER WALD:
- Langdorf am Rathausvorplatz – Samstag, 07. November 2026 ab 17:00 Uhr
- Kirchberg im Wald am Amtshofplatz – Dienstag, 10. November 2026
- Rinchnach in der Hofmark – Dienstag, 10. November 2026, ab 18:30 Uhr
- Bodenmais auf der Kuhbrücke – Mittwoch, 11. November 2026, 21:00 Uhr



